Nachrichten

VDS-Infobrief Nr. 101
Archiv: 2010 2011

VDS-Infobrief per E-Post:
Bestellung


Drucken

Lyrik beim Kulturpreis Deutsche Sprache

Montag, den 17. Oktober 2011 um 09:09 Uhr

kulturpreis_2011Zum elften Mal wurde am Samstag in Kassel der Kulturpreis Deutsche Sprache verliehen. Er besteht aus drei Teilen. Nora-Eugenie Gomringer erhielt den mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis, der Philosoph Dieter Schönecker den mit 5.000 Euro dotierten Initiativ­preis, und der undotierte Institutionen­preis ging an die Deutschlandstiftung Integration. Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird jährlich von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und vom Verein Deutsche Sprache e.V. (Dortmund) vergeben.

Mehrere hundert Gäste ließen sich von der lebhaften Vortragskunst Nora Gomringers mitreißen. Als Kostprobe trug sie ihr Gedicht „Seid ihr alle da“ vor. Die junge Lyrikerin spielt mit der Sprache. In ihren Texten und deren Darstellung geht sie an die Grenzen dessen, was mit Sprache möglich ist. Jörg Thadeusz, Journalist, Moderator und Schrift­steller, würdigte die Leistungen der 31-Jährigen in seiner Laudatio: „Sie ist die Königin des Poetry Slam.“

Der Initiativpreis Deutsche Sprache ging an den Siegener Philosophen Dieter Schönecker. Der Kant-Spezialist setzt sich für den Erhalt und die Förderung der Wissenschafts­sprache Deutsche in seinem Fach ein. Für ihn sei eine Selbstverständlichkeit Kants Texte im Original zu lesen und zu ergründen.

Der Germanist Wolf Peter Klein hob in seiner Laudatio hervor, dass das Deutsche innerhalb der Philosophie unverzichtbar sei: „Dieter Schönecker ist dafür eingetreten, dass die deutsche Sprache beim Studium der Philosophie nicht zu einer Marginalie wird.“ Die seit dem 18. Jahrhundert maßgeblich von deutschsprachigen Persönlichkeiten wie Kant, Nietzsche oder Heidegger geprägte Philosophie sei auch international nur anhand von Originaltexten zu erforschen.

Der Institutionenpreis Deutsche Sprache wurde der Deutschland­stiftung Integration verliehen. Wolfgang Fürstner, ihr Vorstands­vorsitzender, nahm den Preis entgegen. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit Migrations­hintergrund zu bestärken, die deutsche Sprache zu lernen. Das Beherrschen der deutschen Sprache sei die Grundlage für gelingende Integration in unserem Land. Felicitas Schöck von der Eberhard-Schöck-Stiftung lobte das Bemühen: „Sprache ist der Schlüssel, der den Dialog zwischen unterschiedlichen Kulturen ermöglicht, der Toleranz und friedliches Zusammenleben möglich macht.“

 

Medienecho

Zur neuen Entwicklung trage neben dem Motiv der besseren Verständlichkeit auch ein grundsätzlicher Wandel im Verhältnis der Unternehmen zu ihren Kunden bei, sagt slogans.de-Chef Hahn. Ziel von Werbung sei nicht mehr, den Nimbus der eigenen Marke zu erhöhen, sondern den Kunden in den Vordergrund zu stellen. „Und da hat die Muttersprache einen wichtigen Effekt. Sie signalisiert einen vertrauensvollen Umgang.“ Für Sprachberater Pogarell steht mittlerweile fest: „Deutsch kommt besser an.“

Englische Slogans kommen aufs Abstellgleis, Klein Report vom 23.9.2007, (www.kleinreport.ch)

 

VDS-Mitglied werden

vds-logo-kleinAls Mitglied im Verein Deutsche Sprache e. V. tun Sie etwas für die Erhaltung und Weiter­entwicklung des Deutschen als eine eigenständige Kultursprache. Jeder ist will­kommen. Sie können den VDS als stilles Mitglied unterstützen oder die Vereinsarbeit aktiv mitgestalten. Hier (PDF-Datei) finden Sie den Antrag auf Mitgliedschaft. Wir melden uns umgehend bei Ihnen, wenn Sie ihn ausgefüllt an uns zurücksenden. Weitere Informationen finden Sie hier: Mitglied werden.

Stiftung Deutsche Sprache

stiftungdsDie Stiftung Deutsche Sprache wurde 2001 aus der Überzeugung gegründet, dass die deutsche Sprache ein Gemeingut von hohem Wert ist, das der bewussten Förderung und Entwicklung bedarf. Die Stiftung dient der Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung dieser Sprache. Sie ist weltanschaulich neutral, politisch unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Sprüche

„Warum soll in deutschsprachigen Gebrauchsanweisungen nicht ‚Rechner' statt ‚Computer', ‚Luftkissen' statt ‚Airbag', ‚Programm' statt ‚Software' stehen?“

Christoph Böhr, Landesvorsitzender CDU Rheinland-Pfalz, in der Welt am Sonntag vom 11. 2. 2001