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Zweifelhafte Ehre für die Deutsche Telekom
Freitag, den 26. August 2011 um 09:50 Uhr
Beim zweiten Anlauf hat er es geschafft: René Obermann ist der Sprachpanscher des Jahres 2011. Mit beträchtlichem Abstand vor Bundesfamilienministerin Kristina – Equal-Pay-Day – Schröder wurde der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom AG von den Mitgliedern des Vereins Deutsche Sprache e.V. (VDS) mit diesem Schmähpreis bedacht.
„Die Deutsche Telekom hat ihre Kunden über Jahre hinweg mit englischen Sprachimporten verärgert. Der Besuch der Netzseiten der Firma ist eine Schocktherapie im Horrorkabinett der deutschen Sprache“, begründete der Vorsitzende des VDS, der Dortmunder Wirtschaftswissenschaftler Walter Krämer, die Wahl. Nahezu alle Tarife hätten englische Namen: von Weekend Flats über Entertain Comfort oder Call & Surf Comfort bis Call & Surf Mobile Friends . „Jugendliche lockt die Telekom mit der CombiCard Teens und den Telekom Extreme Playgrounds“, so Krämer.
4.764 Mitglieder des VDS haben sich an der Abstimmung beteiligt. 1.832 wählten René Obermann und die Deutsche Telekom. Auf den Plätzen dahinter: Bundesfamilienministerin Schröder (1.280 Stimmen), der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Nikolaus Schneider (992 Stimmen), der Vorsitzende der Deutschen Shell Holding GmbH, Peter Blauwhoff (396 Stimmen) und Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit (264 Stimmen).
Damit bekommt nach Ron Sommer (1998) zum zweiten Mal ein Telekom-Chef die bekannteste Auszeichnung für sprachliche Fehlleistungen. Mit der Wahl des Sprachpanschers will der VDS die deutsche Sprachgemeinschaft dazu bringen, mehr Verantwortung für ihre Sprache zu übernehmen. Zu den 34.000 Mitgliedern des größten Sprach- und Kulturvereins in Deutschland gehören auch Prominente wie Hape Kerkeling, Dieter Hallervorden, Reinhard Mey, Nina Ruge oder Jürgen von der Lippe.
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