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VDS-Infobrief Nr. 101
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Kulturpreis Deutsche Sprache 2001

Donnerstag, den 05. Juli 2001 um 13:07 Uhr

Zum ersten Mal wird in diesem Jahr der Kulturpreis Deutsche Sprache vergeben. Er besteht aus dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache, dem Initiativpreis Deutsche Sprache und dem Institutionenpreis Deutsche Sprache. Die Preisverleihung findet am 3. November 2001 in Kassel in Zusammenarbeit mit der Initiative Pro Nordhessen und der Stadt Kassel statt.

Mit dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache (dotiert mit DM 70.000,-) des Jahres 2001 wird Rolf Hochhuth ausgezeichnet. Er wird geehrt für seine Verdienste um die deutsche Sprache und sein beherztes öffentliches Eintreten für ihre Pflege, ihre kreative Weiterentwicklung und die Sicherung ihrer Position als geschätzte und lernenswerte Fremdsprache in anderen Ländern. Rolf Hochhuth hat klar erkannt und deutlich formuliert, daß die deutsche Sprache als Medium der internationalen Kommunikation bedeutungslos zu werden droht, wenn die deutsche auswärtige Kulturpolitik die deutsche Sprache und die in ihr verfaßte Literatur weiter vernachlässigt. Er hat beizeiten davor gewarnt, daß das Deutsche als Literatur- und Wissenschaftssprache dem Englischen weichen und Thomas Manns Diktum Wirklichkeit werden könnte: 'ein deutscher Schriftsteller zu sein [ist] ein großes Malheur, ein nie aufzuholender Nachteil.'

Er hat angeschrieben gegen den fatalen Hang zum Englischen, der sich äußert in Sprachformen, die mit dem Schlagwort „Denglish“ bezeichnet werden, und er hat sich eingesetzt für gutes, elegantes und den Sprachregeln entsprechendes Deutsch, für die Einhaltung und Verteidigung stilistischer Standards. Rolf Hochhuth wird geehrt als ein Schriftsteller, der dem Rohstoff, aus dem literarische Werke entstehen, der Sprache, nicht indifferent und gleichgültig gegenübersteht, sondern in ihr einen kulturellen Schatz sieht, der der Bewahrung und ständigen Aufmerksamkeit würdig ist.

Rolf Hochhuth erfüllt alle Voraussetzungen für die Vergabe des Preises in vorzüglicher Weise: er hat sich im deutschen Sprachgebiet besondere Verdienste um die Anerkennung, Weiterentwicklung und Pflege der deutschen Sprache als Kultursprache erwor-ben, und zwar in seinen literarischen Werken und in der politischen Rede und Publizistik, und er hat sich nachdrücklich dafür eingesetzt, außerhalb des deutschen Sprachgebiets das Ansehen der deutschen Sprache als Kultursprache zu mehren und ihre Bedeutung und Verbreitung als Fremdsprache zu fördern.

Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird vom Verein Deutsche Sprache und der Eberhard-Schöck-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Brüder-Grimm-Gesellschaft und in Einvernehmen mit der Henning-Kaufmann-Stiftung vergeben.

Weitere Informationen sind erhältlich unter Tel. 0951-8632238. Sie können auch das Grundlagenpapier der Jury einsehen.

 

Medienecho

Über „Sale“, das überflüssigste Wort des Jahres 2009, das vom Verein Deutsche Sprache gekürt wurde, berichtete unter anderem die „Bild“, die auch den VDS-Regionalleiter in der Elfenbeinküste, Antoine Djokouéhi, zitierte: „Warum sagt man es nicht in der Sprache der Kunden?“ Das Wort des Jahres war „Abwrackprämie“. Die Mitglieder des Verein Deutsche Sprache aus dem In- und Ausland hatten darüber abgestimmt. Bild vom 16.12.2009

 

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vds-logo-kleinAls Mitglied im Verein Deutsche Sprache e. V. tun Sie etwas für die Erhaltung und Weiter­entwicklung des Deutschen als eine eigenständige Kultursprache. Jeder ist will­kommen. Sie können den VDS als stilles Mitglied unterstützen oder die Vereinsarbeit aktiv mitgestalten. Hier (PDF-Datei) finden Sie den Antrag auf Mitgliedschaft. Wir melden uns umgehend bei Ihnen, wenn Sie ihn ausgefüllt an uns zurücksenden. Weitere Informationen finden Sie hier: Mitglied werden.

Stiftung Deutsche Sprache

stiftungdsDie Stiftung Deutsche Sprache wurde 2001 aus der Überzeugung gegründet, dass die deutsche Sprache ein Gemeingut von hohem Wert ist, das der bewussten Förderung und Entwicklung bedarf. Die Stiftung dient der Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung dieser Sprache. Sie ist weltanschaulich neutral, politisch unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Sprüche

„Um die deutsche Sprache ist es nicht gut bestellt. Schuld daran sind die Werbung, ein Teil der Medien und auch einige Politiker. Sie wollen der deutschen Sprache den Garaus machen. Doch der Versuch, sie abzuschaffen, wird scheitern.“

Hans Magnus Enzensberger am 21.10.2007 in der Bildzeitung