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Dienstag, den 28. Dezember 2010 um 09:29 Uhr
VDS-Infobrief 51. Woche
Presseschau vom 22. bis 28. Dezember 2010
- Chinesischniveau gesunken
- VDS-Strafanzeige: Check your distance
- Kiezdeutsch: neuer Dialekt?
- Beliebtes Plattdeutsch
Chinesischniveau gesunken
Laut einer Umfrage der Zeitung China Youth Daily glauben 80 Prozent von 3.239 Befragten, dass das Chinesischniveau der Chinesen stark gesunken sei. Die Schwierigkeiten im Chinesischen seien zum Beispiel der Wortschatz (64,8 Prozent), die Anwendung von Wörtern (28,6 Prozent), die Grammatik (28,6 Prozent) und zu viele unbekannte chinesische Zeichen (17,4 Prozent).
Zhu Jing, Autor des Buches „Die Krise der chinesischen Sprache“, sieht in der mangelnden Aufmerksamkeit für Chinesisch den Grund für das schlechte Muttersprachenniveau. Deshalb fordert er: „Wir müssen unsere Muttersprache schützen. Hinter der Krise der chinesischen Sprache verbirgt sich die Kulturkrise der chinesischen Nation.“ (german.china.org.cn)
Um Chinesisch zu schützen, hat die chinesische Regierung ausländische Wörter in den Medien verboten. Ausländische Wörter hätten die Reinheit der chinesischen Sprache befleckt und der Kultur Schaden zugefügt, wie an Wortverfremdungen und „chinglish“ zu sehen sei. Wenn sich ausländische Wörter nicht vermeiden lassen, sollen sie auf Chinesisch erklärt werden. (www.shortnews.de)
VDS-Strafanzeige: Check your distance
Am 1. Dezember startete die Autobahnpolizei die landesweite Verkehrssicherheits-kampagne „LKW-Abstand“ namens Check your distance. Ziel ist es, LKW-Fahrer auf einen zu geringen Abstand aufmerksam zu machen. LKW-Fahrer/innen verursachten 2009 etwa 25 Prozent der Verkehrsunfälle. Ein zu geringer Abstand war häufig Unfallursache. Laut Polizei sei die Botschaft auf Englisch „klar und eindeutig“. Der VDS bezweifelt das und erstattete Strafanzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. VDS-Vorsitzende Professor Krämer erklärte, dass der Spruch Check your distance für die meisten Deutschen unverständlich sei und ablenke. Wenn die Polizei ausländische LKW-Fahrer ermahnen wolle, „soll sie das besser auf Polnisch, Dänisch oder Spanisch tun.“ (vds-ev.de, www.polizei-nrw.de)
Kiezdeutsch: neuer Dialekt?
Die Potsdamer Sprachforscherin Dr. Heike Wiese sieht in dem sogenannten „Kiezdeutsch“, auch bekannt als „Kanak-Sprak“ und „Türkendeutsch“, einen neuen Dialekt. Kiezdeutsch habe eine eigene Grammatik sowie feste Regeln. Wiese teilt nicht die Sorge über Sprachverfall durch Kiezdeutsch, sondern bewundert die Kreativität der Jugendlichen, welche Kiezdeutsch sprechen. (www.derwesten.de)
Beliebtes Plattdeutsch
Plattdeutsch ist beliebt. Heiligabend erschien zum ersten Mal der Lokalteil des Hamburger Abendblatts auf Deutsch und Niederdeutsch. Übersetzt haben die Texte die Plattdeutsch-Profis Hartmut Cyriacks und Peter Nissen, welche auch „Asterix und Obelix“ in das Niederdeutsche übertrugen. (www.abendblatt.de)
Seit zwei Jahren gibt es auf der Strecke von Leer nach Emden und Norddeich Ansagen auf Plattdeutsch, was die Reisenden loben. Die Bahn will damit „die Verbundenheit zur Region zeigen und Touristen einen Vorgeschmack auf Ostfriesland geben“. Ansagen und Beschriftungen auf Englisch hat die Bahn in diesem Jahr reduziert, wofür Bahn-Chef Grube Lob erntete. (www.ga-online.de)
Dies ist der VDS-Infobrief. Jede Woche sammeln Mitarbeiter der VDS-Geschäftsstelle Neuigkeiten und Nachrichten über die deutsche Sprache und werten sie aus. Wir sichten die Presse, Aussagen von Politikern, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten, die in den Schlagzeilen stehen. Für eine bessere Übersicht fassen wir die Neuigkeiten zusammen. Handelt es sich um Meldungen aus dem Internet, sind die dazugehörigen Verweise angegeben. Wollen Sie diesen Info-Brief als E-Post erhalten, bitte Nachricht mit dem Betreff „Anmeldung” an: infobrief @ vds-ev.de
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